Der Ferienpass 2026 ist online – und wer genau hinschaut, stellt fest: Die Preise sind in vielen Fällen deutlich gestiegen. Die SPD-Fraktion im Gemeinderat Molbergen hat das frühzeitig angesprochen, eine öffentliche Debatte eingefordert und handelt jetzt: Mit zwei Ratsanträgen kämpfen wir dafür, dass der Ferienpass für alle Familien in unserer Gemeinde zugänglich bleibt – unabhängig davon, wie viele Kinder sie haben.
Was hat sich geändert?
Bislang galt beim Ferienpass eine klare Obergrenze: Eltern zahlten maximal 8 Euro pro Kind und Aktion. Das war überschaubar, fair und familienfreundlich.
Ab 2026 gilt eine neue Regelung: Eltern zahlen nun 50 Prozent der jeweiligen Aktionskosten – maximal 15 Euro, mindestens 2 Euro pro Aktion. Klingt zunächst moderat. Was das in der Praxis bedeutet, zeigen die folgenden Beispiele.
Was das für Ihre Familie bedeutet
Beispiel 1 – Kletterwald, Schloss Dankern und Kanu fahren
Beispiel 2 – Kletterwald, Wangerland Damenzug und Magic Park Verden
Wer am 13. Juni für drei Kinder bucht, zahlt je nach Programm bis zu 54 Euro mehr als im Vorjahr – und das ohne einen einzigen Cent Geschwisterrabatt.
Unsere Kritik: Unverhältnismäßig und vermeidbar
Im Haushaltsplan der Gemeinde sind für den Ferienpass rund 10.000 Euro angesetzt. Eine Erhöhung dieses Budgets um 2.500 Euro – also um ein Viertel – hätte ausgereicht, um die Eigenanteile für Familien auf dem bisherigen Niveau zu belassen. Stattdessen wurden die Mehrkosten vollständig auf die Eltern verlagert.
„Im Haushaltsplan stehen für den Ferienpass rund 10.000 Euro. Eine Erhöhung um gerade einmal 2.500 Euro hätte gereicht, um die Eigenanteile für Familien auf dem alten Niveau zu belassen. Stattdessen holt man sich das Geld bei den Eltern. Wer spart hier eigentlich für wen?”
— Marcel Niemann, Fraktionsvorsitzender SPD-Fraktion Molbergen
Hinzu kommt: Zu dieser Preisfrage hat kein öffentlicher Ausschuss getagt. Wir haben mehrfach eine transparente Debatte eingefordert – vergeblich.
„Entscheidungen, die Familien direkt im Geldbeutel treffen, gehören offen diskutiert – nicht still beschlossen.”
— Marcel Niemann
Kein Geschwisterrabatt – das ist keine Kleinigkeit
Besonders betroffen sind Familien mit zwei oder mehr Kindern. Ein Geschwisterrabatt, wie er bei vielen anderen kommunalen Angeboten selbstverständlich ist, wurde bei der neuen Preisstruktur nicht vorgesehen.
„Familien mit mehreren Kindern sind in unserer Gemeinde keine Randgruppe – sie sind die Zukunft. Wenn wir ihnen keinen einzigen Cent Geschwisterrabatt zugestehen, während wir gleichzeitig die Preise verdoppeln, dann senden wir ein fatales Signal: Nämlich dass Familienpolitik bei uns nur dann funktioniert, wenn es nichts kostet.”
— Andrea Schneider, Stv. Fraktionsvorsitzende SPD-Fraktion Molbergen
„Der Ferienpass ist kein Luxusangebot. Er ist ein Angebot der Gemeinde an ihre Kinder – und dieser Gedanke darf nicht am Portemonnaie scheitern. Wer sich drei Kinder leistet, hat schon genug zu stemmen.”
— Andrea Schneider
Unser Handeln: Zwei Ratsanträge
Die SPD-Fraktion bleibt nicht bei Kritik stehen. In der nächsten Gemeinderatssitzung bringen wir zwei konkrete Anträge ein:
Antrag 1: Geschwisterrabatt einführen
Ab dem zweiten Kind einer Familie soll der Eigenanteil auf 50 Prozent des regulären Beitrags sinken – für jede weitere Aktion und jedes weitere Kind ab dem zweiten. Die Verwaltung soll bis zur Haushaltsberatung 2027 eine Kostenschätzung vorlegen.
„Ein Geschwisterrabatt ist das Mindeste, was wir Familien mit mehreren Kindern schulden. Er kostet die Gemeinde kaum etwas, entlastet aber spürbar – und er wäre ein echtes Zeichen, dass Familienpolitik bei uns mehr ist als ein Wahlkampfslogan.”
— Marcel Niemann
Antrag 2: Wirkung der Preiserhöhung auswerten
Nach dem Sommer soll die Verwaltung auswerten, ob die neuen Preise zu einem Rückgang der Teilnehmerzahlen geführt haben – und die Ergebnisse vor den Haushaltsberatungen 2027 im Gemeinderat vorstellen.
„Wir erheben keinen Vorwurf – aber wir bestehen auf Transparenz. Wer Preise erhöht, muss hinterher auch hinschauen, was das bewirkt hat. Das schulden wir den Familien in Molbergen.”
— Andrea Schneider
Buchungsstart: 13. Juni 2026
Der Ferienpass 2026 umfasst 27 Aktionen von 19 Veranstaltern und ist bereits online einsehbar. Ab dem 13. Juni 2026 können Familien ihre Plätze buchen.
👉 Zum Ferienpass-Programm: www.unser-ferienprogramm.de/molbergen/index.php
Ihre Meinung ist gefragt
Wie erleben Sie die neuen Preise? Hat die Preiserhöhung Ihre Buchungsentscheidung beeinflusst? Schreiben Sie uns – Ihre Rückmeldungen fließen direkt in unsere politische Arbeit ein.

