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2026-03-15

Mol­ber­gen inves­tiert — und wir schau­en hin

Mol­ber­gen inves­tiert — und wir schau­en hin
2026-03-15

Die SPD-Frak­ti­on im Rat der Gemein­de Mol­ber­gen hat in der Rats­sit­zung vom 23. Febru­ar 2026 ihre Haus­halts­re­de zum Haus­halts­ent­wurf 2026 gehal­ten. Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Mar­cel Nie­mann sprach über die erfreu­li­che Finanz­la­ge der Gemein­de, aber auch über die The­men, die noch zu wenig Beach­tung finden.
Die wich­tigs­ten Punk­te im Überblick:
• 📈 741.000 € Über­schuss — Mol­ber­gen steht finan­zi­ell bes­ser da als im Vorjahr
• 🏫 3,7 Mio. € für die neue Grund­schu­le Peheim — ein längst über­fäl­li­ges Signal für unse­re Kinder
• 🚒 2,5 Mio. € für das neue Feu­er­wehr­haus Peheim — unse­re Ein­satz­kräf­te ver­die­nen das Beste
• 🏛️ 8,5 Mio. € für den Rat­haus-Neu­bau — Mol­ber­gen moder­ni­siert sich
• ⚠️ 5,4 Mio. € Kreis­um­la­ge — die größ­te Aus­ga­ben­po­si­ti­on, die jedes Jahr nach Clop­pen­burg fließt
• 💡 Stra­ßen­be­leuch­tung & Bar­rie­re­frei­heit — The­men, für die wir wei­ter kämpfen
• 📊 9,8 Mio. € Schul­den zum Ende 2025 — wir benen­nen es, weil Trans­pa­renz Pflicht ist
Trotz offe­ner Kri­tik­punk­te stimmt die SPD-Frak­ti­on dem Haus­halt 2026 zu — aus Über­zeu­gung, weil die rich­ti­gen Wei­chen gestellt wer­den. Die voll­stän­di­ge Rede könnt ihr unten nachlesen.
—
SPD-Frak­ti­on im Rat der Gemein­de Mol­ber­gen | Vor­sit­zen­der Mar­cel Niemann
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Die voll­stän­di­ge Haushaltsrede
Sehr geehr­ter Vor­sit­zen­der, sehr geehr­ter Bür­ger­meis­ter, wer­te Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen des Rates, wer­te Pres­se, lie­be Zuhö­re­rin­nen und Zuhörer,
ich darf heu­te als letz­ter im Bun­de spre­chen. Wer zuletzt spricht, spricht nicht weni­ger. Wer zuletzt spricht, spricht mit dem Gewicht aller Wor­te, die vor ihm gesagt wur­den. Das hat — wie ich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren gelernt habe — einen beson­de­ren Reiz. Der letz­te Spre­cher hat das Vor­recht, auf das Gesag­te zurück­zu­bli­cken. Und er hat vor allem die Pflicht, das zu sagen, was noch nicht gesagt wur­de. Was viel­leicht unbe­quem ist. Was viel­leicht nicht in jedes Kon­zept passt. Aber was gesagt wer­den muss — weil es stimmt.
Bevor ich inhalt­lich ein­stei­ge, möch­te ich mit dem begin­nen, was in die­ser Gemein­de oft zu kurz kommt: dem Dank. Dank gilt zunächst Ihnen, Herr Rich­ter, aber auch Herrn Unner­stall, wie auch Herrn Bas­ti­an. Sie haben erneut einen Haus­halts­ent­wurf vor­ge­legt, der klar, nach­voll­zieh­bar und ehr­lich auf­zeigt, wo wir ste­hen — mit allen Chan­cen und allen Her­aus­for­de­run­gen. Die Bera­tun­gen in den Aus­schüs­sen waren inten­siv, die Ant­wor­ten stets sach­lich. Das ist pro­fes­sio­nel­le Arbeit, die wir als Gemein­de­rat nicht als selbst­ver­ständ­lich neh­men soll­ten. Herz­li­chen Dank.
Dank gilt eben­so der gesam­ten Gemein­de­ver­wal­tung — von der Ver­wal­tungs­füh­rung über unse­ren All­ge­mei­nen Ver­tre­ter Herrn Unner­stall bis zu den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern, die tag­täg­lich die Arbeit leis­ten, die die­se Gemein­de am Lau­fen hält. Res­sour­cen­scho­nend, bür­ger­nah, lösungs­ori­en­tiert. Dafür haben Sie unse­re Anerkennung.
Und ein beson­de­rer Dank gilt den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen aus allen Frak­tio­nen. Was wir in den letz­ten Jah­ren im Gemein­de­rat auf­ge­baut haben — eine sach­li­che, zumeist kon­struk­ti­ve, manch­mal lei­den­schaft­lich strei­ten­de, aber immer respekt­vol­le Zusam­men­ar­beit — das war vor eini­gen Jah­ren so nicht selbst­ver­ständ­lich. Die­se Kul­tur ist ein Wert, den wir als SPD-Frak­ti­on schät­zen und ver­tei­di­gen wer­den. Ich sage das aus tie­fer Über­zeu­gung: Ein Gemein­de­rat, der mit­ein­an­der ringt, aber für­ein­an­der ein­steht, ist ein Gemein­de­rat, der sei­ner Gemein­de dient.
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I. Die Aus­gangs­la­ge: Wo ste­hen wir?
Mei­ne Damen und Her­ren, ich begin­ne mit einer nüch­ter­nen, aber durch­aus erfreu­li­chen Fest­stel­lung: Mol­ber­gen steht finan­zi­ell bes­ser da als noch vor einem Jahr. Ein geplan­ter Ergeb­nis­über­schuss von 741.000 Euro — das ist kein Glück. Das ist kein Zufall. Das ist das Ergeb­nis soli­der, ste­ti­ger, sub­stan­zi­el­ler Arbeit und einer erfreu­li­chen wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung unse­rer Gemeinde.
Der Sal­do aus lau­fen­der Ver­wal­tungs­tä­tig­keit im Finanz­haus­halt springt von rund 795.000 Euro im Vor­jah­res­plan auf sat­te 1,9 Mil­lio­nen Euro. Das sind Mit­tel, mit denen wir tat­säch­lich gestal­ten kön­nen. Und auch bei der Gewer­be­steu­er gibt es Grund zur Zuver­sicht: Die tat­säch­li­chen Ein­nah­men im Jahr 2025 lagen mit über 6 Mil­lio­nen Euro weit über dem Plan­an­satz. Das zeigt, was mög­lich ist, wenn sich Gewer­be in Mol­ber­gen wohlfühlt.
Gleich­zei­tig wur­de für 2026 nur vor­sich­tig mit 5,3 Mil­lio­nen Euro geplant — das ist klu­ge, vor­aus­schau­en­de Kauf­mann­schaft. Aber es ist auch ein Signal: Es geht noch mehr. Und wir als Gemein­de soll­ten alles dafür tun, die­ses Poten­zi­al wei­ter aus­zu­schöp­fen — Gewer­be­trei­ben­de zu för­dern, anzu­zie­hen, zu halten.
Aber — und hier spre­che ich als jemand, der immer auch die ande­re Sei­te der Medail­le betrach­tet — die­ser Über­schuss erkauft sich die Gemein­de zum Teil mit erheb­li­chen Kre­dit­auf­nah­men auf der Inves­ti­ti­ons­sei­te. Wir als SPD wer­den des­halb auch heu­te, wie in jedem Jahr, auf unse­re Schul­den­uhr hinweisen.
Ja — Mol­ber­gen war ein­mal schul­den­frei. Man­che erin­nern sich ger­ne dar­an. Aber der Ehr­lich­keit hal­ber soll­ten wir auch sagen: Die­se Schul­den­frei­heit wur­de nicht durch beson­ders klu­ge Haus­halts­po­li­tik ver­dient. Sie wur­de erkauft. Man hat Tafel­sil­ber ver­äu­ßert und sich danach für die lee­ren Hän­de gelobt. Das ist kein Erfolgs­mo­dell. Das ist eine Ein­mal-Quit­tung, die wir bis heu­te bezah­len. Die­se Zahl soll­te uns des­halb nicht stolz machen — sie soll­te uns nach­denk­lich machen. Nicht als Mah­nung zur Untä­tig­keit, son­dern als Auf­trag zur ech­ten, nach­hal­ti­gen Weitsicht.
—
II. Ein his­to­ri­scher Moment: Die Kreisumlage
Mei­ne Damen und Her­ren, jetzt kom­me ich zu einem The­ma, das ich in die­ser Run­de in den letz­ten Jah­ren regel­mä­ßig mit Sor­ge und Kri­tik besetzt habe. Die Kreis­um­la­ge. Wer mei­ne Reden kennt, der weiß: Ich habe hier gestan­den und gesagt, die Kreis­um­la­ge sei wie ein Dieb, der von unse­ren Finan­zen stiehlt. Ich habe gesagt, dass es nicht akzep­ta­bel ist, wie die Gemein­de Mol­ber­gen Jahr für Jahr mit immer höhe­ren Umla­ge­sät­zen belas­tet wird, wäh­rend wir gleich­zei­tig jeden Euro drei­mal umdrehen.
Und des­halb sage ich heu­te auch laut und deut­lich das, was Aner­ken­nung ver­dient: Der Umla­ge­satz des Land­krei­ses wur­de — erst­ma­lig seit Jah­ren — nicht wei­ter erhöht. Kei­ne wei­te­ren 2,5 Pro­zent­punk­te, wie ursprüng­lich dis­ku­tiert. Das ist ein Signal. Ein klei­nes, aber wich­ti­ges Signal, dass der Druck — den die Gemein­den wie Mol­ber­gen über Jah­re auf­ge­baut haben — Wir­kung zeigt. Das neh­men wir als SPD-Frak­ti­on posi­tiv zur Kennt­nis. Aus­drück­lich. Und wir sagen: Es geht. Es ist mög­lich. Man muss es nur wollen.
Aber — und ich wäre nicht ich selbst, wenn da kein Aber käme — 5,4 Mil­lio­nen Euro flie­ßen noch immer jedes Jahr von Mol­ber­gen nach Clop­pen­burg. Das ist die größ­te ein­zel­ne Auf­wands­po­si­ti­on unse­res Haus­hal­tes. Es ist mehr als dop­pelt so viel wie unse­re gesam­ten Per­so­nal­kos­ten. Jeder Euro, den wir hier ein­zah­len, fehlt uns bei Schu­len, bei Ver­ei­nen, bei unse­rer Infra­struk­tur. Das darf nicht in Ver­ges­sen­heit gera­ten. Wir wer­den wei­ter Druck machen — für eine Gemein­de, die für ihre wirt­schaft­li­che Stär­ke nicht bestraft, son­dern belohnt wird.
—
III. Die Tou­ris­mus­steu­er: Wenn ein „Erfolg” auf töner­nen Füßen steht
Es ist gut mög­lich, dass ande­re Frak­tio­nen die neue Über­nach­tungs­steu­er als Erfolg ver­kau­fen wer­den. 400.000 Euro mehr in der Gemein­de­kas­se — 160.000 Über­nach­tun­gen besteu­ert. Auf dem Papier sieht das gut aus.
Ich sage offen, wie wir als SPD dazu ste­hen: Wir haben die­se Steu­er von Anfang an kri­tisch beglei­tet. Und wir ste­hen zu die­ser Hal­tung. Nicht, weil wir gegen Ein­nah­men wären. Nicht, weil uns die Finan­zen der Gemein­de egal wären. Son­dern weil wir der Über­zeu­gung sind, dass die­se Steu­er in ihrer jet­zi­gen Form sozi­al unge­recht ist. Ein Kind zahlt genau­so viel wie ein Erwach­se­ner. Ein Back­pa­cker mit klei­nem Porte­mon­naie zahlt so viel wie der wohl­ha­ben­de Feri­en­gast im Pre­mi­um-Bun­ga­low am See. Das ist kein aus­ge­wo­ge­nes Sys­tem. Das ist eine pau­scha­le Belas­tung, die gera­de die­je­ni­gen am här­tes­ten trifft, die es sich am wenigs­ten leis­ten können.
Und wenn wir den Tou­ris­mus als Wirt­schafts­fak­tor ernst neh­men — und das tun wir! — dann dür­fen wir ihn nicht mit Instru­men­ten belas­ten, die unse­re klei­nen Pen­sio­nen, unse­re Feri­en­häu­ser und unse­re ein­fa­chen Unter­künf­te am stärks­ten tref­fen. Wir woll­ten einen ande­ren Weg. Wir ste­hen nach wie vor dafür, dass eine sol­che Abga­be, wenn über­haupt, pro­por­tio­nal und sozi­al gestaf­felt sein müss­te. Das ist kei­ne Blo­cka­de — das ist sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Politik.
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IV. Was wir mit­tra­gen: Die gro­ßen Investitionen
Trotz die­ser Kri­tik — und das ist das Beson­de­re an poli­ti­scher Ver­ant­wor­tung: Man muss bei­des kön­nen, kri­ti­sie­ren und gestal­ten — wer­den wir die­sem Haus­halt heu­te zustim­men. Weil die zen­tra­len Inves­ti­tio­nen rich­tig sind.
Bil­dung: Der Neu­bau der Grund­schu­le Peheim — mit 3,7 Mil­lio­nen Euro über die nächs­ten Jah­re — ist ein längst über­fäl­li­ges Bekennt­nis zu unse­ren Kin­dern in Peheim. Die Erwei­te­rung der Men­sa an der AFS, die Schul­hof­sa­nie­rung mit neu­en Soc­cer­plät­zen: Das ist kein Luxus. Das ist der Min­dest­stan­dard, den unse­re Kin­der verdienen.
Sicher­heit: Der Neu­bau der Feu­er­wehr Peheim — 2,5 Mil­lio­nen Euro mit­tel­fris­tig — statt ein wei­te­res Mal an einem zu klei­nen Gebäu­de her­um­zu­fli­cken, ist die muti­ge und die ein­zig rich­ti­ge Ent­schei­dung. Unse­re Ein­satz­kräf­te sind nicht die Letz­ten, an die wir den­ken soll­ten. Sie sind die Ers­ten, die wir brau­chen, wenn es dar­auf ankommt.
—
V. Jugend ist unse­re Stär­ke — nut­zen wir sie endlich!
Jetzt kom­me ich zu dem The­ma, das mir — und ich sage das ohne Pathos — das wich­tigs­te in die­sem gesam­ten Haus­halt ist: unse­re Jugend.
Der Pump­track kommt. End­lich. Das ist gut. Das ist rich­tig — und wir sind froh, dass es jetzt umge­setzt wird. Aber ich möch­te heu­te einen Schritt wei­ter­ge­hen. Denn der Pump­track allei­ne löst kei­ne struk­tu­rel­le Fra­ge, die ich in unse­rer Gemein­de immer lau­ter wahr­neh­me: Mol­ber­gen hat eine Stär­ke. Und die­se Stär­ke heißt: Jugend. Wir haben jun­ge Fami­li­en. Wir haben Kin­der. Wir haben Her­an­wach­sen­de. Das ist kein Pro­blem — das ist ein Geschenk. Aber ein Geschenk, dem wir gerecht wer­den müssen.
Und da spre­che ich einen Punkt an, der uns als SPD schon lan­ge beschäf­tigt: Wir inves­tie­ren erheb­li­che Sum­men in die Sanie­rung unse­rer Schul­hö­fe. Soc­cer­plät­ze, neue Gerä­te, moder­ne Flä­chen. Das ist rich­tig. Das muss sein. Und doch: Abends wird abge­schlos­sen. Am Wochen­en­de geht das Tor zu. In den Feri­en — Stil­le. Und die Jugend steht draußen.
Was bleibt dann? Ein Pump­track. Ein paar Spiel­plät­ze. Und viel Zeit. Ich sage das nicht als Vor­wurf. Ich sage es als ehr­li­che Ana­ly­se: Wenn wir jun­gen Men­schen kei­ne attrak­ti­ven, siche­ren, gut ein­seh­ba­ren Räu­me für Frei­zeit und Begeg­nung geben — dann schie­ßen wir uns selbst ins Knie. Dann dür­fen wir uns nicht wun­dern, wenn Jugend­li­che auf ande­re Ideen kommen.
Unser Vor­schlag ist klar und kon­kret: Wir müs­sen ernst­haft prü­fen, wie wir bestehen­de Anla­gen und sanier­te Schul­hö­fe kon­trol­liert — das heißt gut ein­seh­bar, sicher und klar gere­gelt — auch außer­halb der Schul­zei­ten öffent­lich zugäng­lich machen kön­nen. Nicht unkon­trol­lier­ter Frei­raum. Son­dern klug gestal­te­ter, ein­la­den­der Raum.
Und hier liegt eine rie­si­ge Chan­ce, die wir bis­her zu wenig nut­zen: Öffent­lich zugäng­li­che Frei­zeit­flä­chen sind för­der­fä­hig. Wir gewin­nen drei­fach: Wir stär­ken unse­re Jugend. Wir erschlie­ßen neue För­der­töp­fe von Land, Kreis und Bund. Und wir stei­gern unse­re Attrak­ti­vi­tät als Tou­ris­mus­re­gi­on — nicht mit abs­trak­ten Kon­zep­ten, son­dern mit sicht­ba­rem, erleb­tem Wert für Ein­hei­mi­sche und Gäste.
Öff­nen wir unse­re Flä­chen. Ver­knüp­fen wir Jugend­för­de­rung mit Wirt­schafts­för­de­rung. Schaf­fen wir Orte, die zum Blei­ben ein­la­den — für Ein­hei­mi­sche wie für Gäs­te. Das ist kei­ne roman­ti­sche Idee. Das ist nach­hal­ti­ge Jugend- und Wirt­schafts­po­li­tik in einem.
—
VI. Der Rat­haus-Neu­bau: Not­wen­dig, rich­tig — und end­lich mit kla­ren Planungen!
Mei­ne Damen und Her­ren, das größ­te Ein­zel­vor­ha­ben die­ses Haus­halts ist gleich­zei­tig das fol­gen­reichs­te: der Neu­bau unse­res Rat­hau­ses. 8,5 Mil­lio­nen Euro. Bis 2028. Das ist kei­ne Klei­nig­keit — das ist eine Wei­chen­stel­lung für eine gan­ze Generation.
Und ich sage aus­drück­lich: Die­ser Neu­bau ist rich­tig. Er ist not­wen­dig. Er ist längst über­fäl­lig. Ein Rat­haus, das auf zwei Stand­or­te ver­teilt ist, ist kein Rat­haus — es ist ein Sym­bol für unge­leb­te Moder­ni­tät. Wer eine bür­ger­na­he, digi­ta­le und effi­zi­en­te Ver­wal­tung will, der muss zuerst die Räum­lich­kei­ten schaf­fen, die das ermög­li­chen. Das eine geht nicht ohne das andere.
Es hat zu die­sem The­ma bereits ein ers­tes Auf­takt­ge­spräch gege­ben — ein Anfang, den wir aner­ken­nen. Und wir freu­en uns, dass künf­tig alle Frak­tio­nen mit am Tisch sit­zen wer­den. Alle. Denn es wäre doch merk­wür­dig, wenn aus­ge­rech­net beim größ­ten Inves­ti­ti­ons­pro­jekt die­ser Gemein­de nicht alle demo­kra­tisch gewähl­ten Par­tei­en von Anfang an dabei wären.
Nun erwar­ten wir, dass die­se Ein­bin­dung mit ech­ten Inhal­ten gefüllt wird. Wir fordern:
• Kla­re Pla­nungs­auf­trä­ge noch in die­sem Jahr
• Trans­pa­ren­te Zwi­schen­stän­de für den gesam­ten Rat
• Eine ehr­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit der Schuldenwirkung
Nicht um zu brem­sen — son­dern um anzu­kom­men. Denn wer groß bau­en will, muss groß den­ken — und wer groß denkt, denkt gemeinsam.
—
VII. Unser Her­zens­the­ma: Stra­ßen­be­leuch­tung und Sicherheit
Es gibt The­men, die klin­gen klein — und sind es doch nicht. Die Stra­ßen­be­leuch­tung in unse­rer Gemein­de ist so ein The­ma. Wir haben Later­nen. Ich sage das aus­drück­lich. Aber eine Later­ne, die mit Beginn der eigent­li­chen Nacht aus­geht, ist kei­ne Sicher­heit — sie ist eine Erin­ne­rung dar­an, dass Sicher­heit in die­sem Haus­halt noch immer nicht den Platz hat, den sie verdient.
Den­ken Sie an die Men­schen, die abends noch unter­wegs sind. Die älte­re Dame, die nach dem Dorf­abend nach Hau­se läuft. Der Vater, der sei­nen Sohn vom Trai­ning abholt. Die jun­ge Frau, die nach der Spät­schicht ihr Fahr­rad nimmt. Sie alle woh­nen hier. Sie alle zah­len Steu­ern hier. Und sie alle ver­die­nen das Recht, sicher durch ihre eige­ne Gemein­de zu kom­men — zu jeder Stunde.
Denn dar­um geht es im Kern: Wer die Beleuch­tung zu früh abdreht, der dreht nicht nur das Licht aus. Er dreht das Ver­trau­en aus. Er dreht die Frei­heit aus. Er dreht das öffent­li­che Leben aus — still, geräusch­los, Schalt­uhr für Schaltuhr.
Sicher­heit ist kein Luxus. Sicher­heit ist der Grund­ver­trag zwi­schen einer Gemein­de und ihren Men­schen. Die­ser Haus­halt erfüllt die­sen Ver­trag hier noch nicht voll­stän­dig. Wir hät­ten uns mehr Mit­tel für ver­läss­li­che­re und län­ge­re Beleuch­tungs­zei­ten gewünscht. Wir haben es ein­ge­for­dert. Und wir wer­den es wei­ter ein­for­dern. Denn wir las­sen das Licht nicht aus — nicht auf unse­ren Stra­ßen, und nicht in die­ser Debatte.
—
VIII. Bar­rie­re­frei­heit: Die unvoll­ende­te Aufgabe
Mei­ne Damen und Her­ren, wir sind stolz dar­auf, dass in die­sem Haus­halt die Mit­tel für einen Auf­zug in der Anne-Frank-Schu­le ein­ge­stellt wur­den. Das ist ein kon­kre­tes, sicht­ba­res Zei­chen für Inklu­si­on. Für das Recht jeder Schü­le­rin, jedes Schü­lers — unab­hän­gig von kör­per­li­chen Ein­schrän­kun­gen — alle Räum­lich­kei­ten die­ser Schu­le zu betre­ten und zu nut­zen. Das ist Chan­cen­gleich­heit. Nicht im Hoch­glanz­pro­spekt. Son­dern in Beton und Stahl.
Bar­rie­re­frei­heit ist kein Luxus. Bar­rie­re­frei­heit ist Menschenwürde.
Aber ich sage auch: Die­ser eine Auf­zug zeigt uns, wie vie­le Bau­stel­len wir noch vor uns haben. Des­halb haben wir als SPD-Frak­ti­on im ver­gan­ge­nen Jahr einen Antrag für ein umfas­sen­des Bar­rie­re­frei­heits­kon­zept für unse­re Gemein­de ein­ge­bracht. Einen Antrag, der sys­te­ma­tisch erfas­sen soll­te: Wo sind unse­re Schwach­stel­len? Wo schlie­ßen wir Men­schen aus, ohne es zu mer­ken? Wo müs­sen wir handeln?
Die­ser Antrag wur­de abge­lehnt. Das tut mir leid — nicht für uns als SPD, son­dern für die Men­schen in unse­rer Gemein­de, die sich täg­lich durch Hin­der­nis­se kämp­fen müs­sen, über die ande­re von uns gar nicht nach­den­ken. Wir brin­gen die­sen Antrag wie­der. Und wir wer­den so lan­ge wei­ter­ma­chen, bis Mol­ber­gen wirk­lich für alle zugäng­lich ist. Wer Chan­cen­gleich­heit sagt, muss Bar­rie­re­frei­heit mei­nen. Das ist kei­ne Opti­on. Das ist eine Pflicht.
—
IX. Die Schul­den­uhr — Trans­pa­renz als Verpflichtung
Die­ser Haus­halt ist auf der Ergeb­nis­sei­te aus­ge­gli­chen — das ist gut. Aber auf der Inves­ti­ti­ons­sei­te neh­men wir allein im Jahr 2026 fast 5,7 Mil­lio­nen Euro neue Kre­di­te auf. In den Jah­ren 2027 und 2028 wer­den es noch mehr sein.
Die Schul­den unse­rer Gemein­de wer­den stei­gen. Zum Stich­tag Ende 2025 stan­den wir bereits bei 9,8 Mil­lio­nen Euro Dar­le­hens­schul­den. Wir als SPD sagen: Das ist ver­tret­bar, wenn wir inves­tie­ren, um Wer­te zu schaf­fen. Schu­len, die 50 Jah­re hal­ten. Feu­er­wehr­häu­ser, die eine Gene­ra­ti­on schüt­zen. Infra­struk­tur, die Arbeits­plät­ze sichert. Das sind sinn­vol­le Schulden.
Aber es wäre falsch, die­se Ent­wick­lung zu ver­schwei­gen oder schön­zu­re­den. Des­halb pfle­gen wir wei­ter unse­re par­tei­ei­ge­ne Schul­den­uhr. Nicht um Angst zu ver­brei­ten. Son­dern weil die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die­ser Gemein­de das Recht haben zu wis­sen, wo ihr Geld hin­geht — und was es kos­tet. Trans­pa­renz ist kei­ne Schwä­che. Trans­pa­renz ist die Grund­la­ge des Ver­trau­ens zwi­schen Poli­tik und Bevölkerung.
—
Fazit: Ver­ant­wor­tung, Hal­tung, Gestaltung
Mei­ne Damen und Her­ren, Sie haben heu­te Abend alle Frak­tio­nen gehört. Ver­schie­de­ne Per­spek­ti­ven. Ver­schie­de­ne Akzen­te. Das ist gut so. Das ist leben­di­ge Demo­kra­tie. Das ist Molbergen.
Wir als SPD-Frak­ti­on ste­hen für ein Mol­ber­gen, das in sei­ne Kin­der inves­tiert. Das sei­ne Ein­satz­kräf­te wert­schätzt. Das Jugend­li­che hält, statt zu ver­lie­ren. Das nie­man­den aus­schließt — weder durch feh­len­de Bar­rie­re­frei­heit noch durch sozi­al unge­rech­te Steu­ern. Das ehr­lich über sei­nen Schul­den­stand spricht. Das den Mut hat, in die Zukunft zu bauen.
Wir sind die kleins­te Frak­ti­on in die­sem Rat. Aber Grö­ße misst sich nicht in der Anzahl der Sit­ze. Grö­ße misst sich nicht im Laut­stär­ke­pe­gel. Grö­ße misst sich dar­an, wofür man ein­steht — auch dann, wenn man über­stimmt wird. Auch dann, wenn Anträ­ge abge­lehnt wer­den. Auch dann, wenn es unbe­quem ist.
Wir stim­men die­sem Haus­halt 2026 zu. Nicht aus Pflicht, son­dern aus Über­zeu­gung — weil die rich­ti­gen Wei­chen gestellt wer­den, und weil wir Teil die­ser Gemein­de sind und sie gemein­sam vor­an­brin­gen wollen.
Und wir kom­men wie­der. Mit unse­rem Bar­rie­re­frei­heits­kon­zept. Mit unse­rem Antrag für bes­se­re Stra­ßen­be­leuch­tung. Mit unse­rer Visi­on für offe­ne Frei­zeit­flä­chen. Mit unse­rem Blick auf die Schul­den­uhr. Mit unse­rer Über­zeu­gung, dass sozia­le Gerech­tig­keit kei­ne Flos­kel ist — son­dern geleb­te Kom­mu­nal­po­li­tik. Heu­te, mor­gen, und in allen Haus­hal­ten, die noch kom­men werden.
Mol­ber­gen ist mehr als ein Haus­halt. Mol­ber­gen ist mehr als Zah­len auf Papier.
Lie­be Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, lasst uns gemein­sam die­sen Kurs hal­ten — für ein Mol­ber­gen, das für alle da ist.
Vie­len Dank.

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